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(Rad-)reise zum Mittelpunkt Schwedens (und zurück) - 3 Wochen, 2050 km, Sommer 2021

Von h42

(Eine Kurzversion meines privaten Reiseblogs)

2020 hätte Corona beinahe gleich zwei Fahrrad- Rundreisen durch Schweden vereitelt, siehe meine anderen Reiseberichte hier auf dem Portal. Auch 2021 wurde es wieder knapp. Eigentlich wollten wir einmal mehr eigentlich gar nicht nach Schweden, sondern zur Abwechslung drei Wochen die finnische Seenplatte umfahren. Das wurde aber wieder nichts: in Finnland gingen zum Ende der Fußball- EM die Corona- Zahlen hoch, während sie in Schweden runtergingen, die Regeln in Finnland waren strenger und hätten jederzeit die Einreise aus Deutschland erschweren können und außerdem war die Fähre nach Finnland teurer als gedacht. Also wieder Plan B. Der lautete diesmal: von Göteborg nach Nordosten zwischen Vänern und Vättern bis nördlich von Stockholm, bei Gävle ein Stück an der Ostsee lang und dann quer nach Westen zum halboffiziellen geografischen Mittelpunkt Schwedens (einem Berg/Hügel halb in der Wildnis). Dann weiter nach Dalarna, dort halb um den Siljan rum und wieder nach Süden und am Ostufer des Vänern durch Västra Götaland zurück nach Göteborg. Mit An- und Abfahrt von Hamburg zur Fähre nach Kiel etwas über 2000 km. Und in der Hoffnung auf erstens eine sich entspannende Corona- Lage und zweitens auf besseres Wetter verlegten wir den Start auf einen Zeitpunkt zwei Wochen später als in den Sommern zuvor. Die Erinnerung an die verregnete Reise 2020 wirkte bei der Reiseplanung noch nach, auch bei der Routenplanung. Bloß viel Abstand vom regnerischen Norwegen halten!

1. Tag: Auftakt Hamburg - Kiel Hafen

Der Reisestart ist gut! Die Wettervorhersage ist längerfristig hochsommerlich - während Nordrhein- Westfalen im Unwetter versinkt. Mit negativem Corona- Test vom Vorabend und vier wie üblich prallgefüllten Satteltaschen geht's frühmorgens los. Treffen mit meinem Reisepartner in Hamburg - Nord, dann die 110 km zum Schwedenkai in Kiel. Sonniger Auftakt. Angenehm auch deshalb, weil ich in den Wochen vorher nicht ganz so außer Form geraten bin wie 2020. Die Tour auf kleinen Straßen und u.a. durch Neumünster ist Routine. Letzter Einkauf im Supermarkt ein paar km vor dem Hafen. Pünktlich an der Fähre. Check- In mit Vorlage des Testergebnisses, kein Stress, nur die Schlepperei der Satteltaschen vom Autodeck in die Kabine ist wie immer anstrengend, beengt und hektisch. Nach "Ankunftsbier" Rumlungern auf Deck während und nach der Abfahrt. Sonniger Abend.

2. Tag: Start in Göteborg

Einigermaßen erholsame Nacht. Immer schön, wenn man aus der Kabine aufs Deck geht und als erstes Sonnenstrahlen durch die Panoramafenster sieht. Es bleibt genug Zeit, die Einfahrt der Fähre durch die Schären und unter der Älvborgsbron hindurch anzusehen. Alles entspannter als auf der Fährlinie Travemünde - Malmö (aber auch teurer). Zeug in die Satteltaschen, Kabine räumen und runter aufs Autodeck. Taschen einklinken, Tacho auf Null stellen und aus der Fähre rausfahren. Auf gut ausgebauten Radwegen nach Osten aus der Stadt raus. Ein Naturschutzgebiet gleich hinter der Stadt empfängt uns mit Wald - und den ersten Steigungen. Etwas früh am Tag für so was! Erster Einkauf in Partille, einer dicht bebauten Vorstadt. Entlang der Västra Stambanan (Haupt- Eisenbahnstrecke) weiter nach Osten. Mittagspause an einem Fluss.
Danach wird's noch anstrengender. Bei der Tourplanung war es nicht offensichtlich, dass wir durch ein so hügeliges Gebiet fahren würden. Es sind keine wirklichen Berge, aber gleich am ersten Tag und mit voller Beladung geht es trotzdem auf die Beine. Solange der Västgötaleden in Autobahn- oder Eisenbahnnähe verläuft, geht's ja, aber sonst... Statt der geplanten 85 km machen wir nur 78. Ungefähr 10 km südwestlich von Vårgårda suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen im Wald und bauen die Zelte auf.

3. Tag: Vorzeit-Steingräber und Junkfood

Nachts war ein- oder zweimal in der Ferne ein Güterzug zu hören, und irgendein vorwitziges Nagetier kam an mein Zelt. Ein Riesen- Blechbecher (Neuerwerbung beim Outdoor- Discounter für diese Reise, doppelter Inhalt wie mein alter Becher) schwarzer Kaffee holt mich aus der Morgenstarre. In der Ferne brüllt ein Rehbock. Sonne! Die wärmt auf den ersten 10 km nach Vårgårda auf, und die Strecke ist endlich flach! Im Ort dann wie schon gestern Einkauf in einer "Willy's" Filiale, einem schwedischen Discounter (nur in größeren Orten zu finden und meistens preisgünstiger als ICA und coop). Dose Bier (3,5%, mehr gibt's in Supermärkten nicht, wirkt nach einem Tag im Sattel aber trotzdem), Mineralwasser, Saft, Wurst, Schokolade. Wie immer ändert sich mein Essverhalten auf Radreisen schlagartig - statt "gesund" und überwiegend vegetarisch gibt's kalorienreiches Junk- Food. Fahrt durch Wälder, Acker- und Weidelandschaften - und über uns blauer Schwedenhimmel. An den Straßenrändern Runensteine, falunrote Bauernhäuser und Seen. Kirchen in jedem kleinen Dorf und gelegentlich vorzeitliche Steingräber. An einem solchen machen wir Mittagspause - im Schatten. Danach mehr Richtung Nordost, Richtung Westufer des Vättern. - Mit jeder Tour steigt die Wahrscheinlichkeit, irgendwas Bekanntes wiederzusehen: dieses Mal ist es der Tante- Emma- Laden in Broddetorp, an dem wir 2020 schon einmal vorbeigekommen waren. Auf der Karte übereinandergelegt ergeben die GPS- Tracks der gefahrenen Touren schon ein ganz ordentlich dichtes Netz mit einigen Überschneidungspunkten. Zu denen werden dieses Mal noch weitere hinzukommen. - Die Zeltplatzsuche ist etwas anstrengend: zwar zeigt die Karte ein großes und zum Zelten theoretisch günstiges Waldgebiet an. Aber erstmal geht es die letzten 10 km nach einer sonst flachen Tagesetappe doch noch ziemlich bergauf, und dann liegt der Wald irgendwie überall in Hang- und Schräglage - natürlich ungünstig zum Zelten. Nur wenige Meter abseits eines Feldweges finden wir hinter einem Gebüsch als Sichtschutz eine ebene und nicht zu stark verwachsene Fläche. 95 km. Ich mache mir nur etwas Haferflockenpampe mit köttbullar, für mehr bin ich zu müde.

4. Tag: Forsvik / Götakanal

Beim Aufstehen ist es kühl und sogar wolkig. Es bleibt eine zeitlang so. Einkauf in Skultorp, diesmal beim ICA, "der" schwedischen Lebensmittelmarktkette. An der Västra Stambanan kommen wir immer mal wieder vorbei, ebenso an der Reichsstraße 26. Manche Straßen haben es auf den Touren irgendwie so an sich, dass sie uns geradezu verfolgen. Unser Pausenplatz am Tidan (einem der wenigen schwedischen Flüsse, die nach Norden fließen (gefunden in der Wikipedia)) ist schon gar nicht mehr allzu weit vom Vättern entfernt, auf den wir allerdings nicht direkt, sondern sozusagen schräg zufahren. Schon bei der Mittagspause sind es dann aber nur noch 3-4 km Luftlinie dorthin. Und es wird wieder wolkenlos! Wir folgen teilweise der Radrunde "runt Vättern". Kurze "Touristenpause" in Forsvik: dort fließt der Götakanal Richtung Vättern und es gibt ein bisschen Touristen- Infrastruktur um die Kanalschleuse herum. Solche historischen Fabrik- und Gewerbegebäude aus dem 19. Jahrhundert, wie sie hier stehen, werden wir noch öfter sehen. Den Vättern selbst haben wir allerdings immer noch nicht gesehen. Auf der Karte ist gleich nebenan ein riesiger kegelförmiger Warnbereich über seine halbe Breite eingezeichnet - ein Schießfeld des schwedischen Militärs in den See hinein. Ursprung des Warnbereichs ist ein Militärgelände nicht weit hinter Forsvik, das wir durchfahren. Wie häufig liegt es mitten im Wald, ist an "schießfreien" Tagen für die Durchfahrt frei und wenn nicht die Blindgänger- Warnschilder und der riesige Schießstand wären, könnte man es für einen ruhiges Naturschutzgebiet halten. - Ein paar km müssen wir auf die Hauptstraße 49. Wegen des (relativ) starken Verkehrs nicht so angenehm, andererseits rollt es auf dem glattem Asphalt gut. Relativ gut - eine Gruppe Jungspunde, die mit Rennrädern die Vätternrunde fahren, müssen für einen kurzen Tratsch mit uns erstmal auf unser Reiserad- Tempo runterbremsen. - Wir fahren links in ein weiteres großes Waldgebiet und finden dort im zweiten Anlauf nach ein paar 100m Schieberei auf einem Trampelpfad einen Shelter auf einer Anhöhe mit Zugang zu einem See. Den Shelter nutzen wir nicht, sondern bauen unsere Zelte daneben auf und nutzten den Steg am Seeufer zum Waschen. Es ist ein traumhafter Ort. Ruhig, nur leichtes Windrauschen und hin und wieder hüpfende Fische. Die einfache hölzerne Sitzbank neben der Hütte mit Blick hinunter auf den See ist der pure Luxus! 85 km.

5. Tag: Vättern / Askersund

Keine nächtlichen Störungen! Fast schade, diesen schönen Ort am See wieder verlassen zu müssen. Aber wir haben ein Ziel und eine Planung dorthin! Auf der Hauptstraße 49 geht es Richtung Olshammar. Wenig Verkehr. Aber kurz nach zehn stehen auf dem Parkplatz an der Straße dann doch ein paar Autos. Grund: hier ist endlich ein Aussichtspunkt auf den Vättern! Ein schmaler Streifen am Horizont zeigt offenes Wasser, dort geht der Blick wohl 30 km weit in die Ferne. Ein kleines Binnenmeer. Es war knapp, denn wir sind hier schon fast am Nordende des Sees und es wäre doch schade gewesen, nichts von ihm gesehen zu haben.
In Olshammar gibt es etwas Industrie und ein unauffälliges blaues Schild "Startpunkt Runt Vättern". Startpunkt der Fahrradroute rund um den See. Nicht identisch, aber ähnlich wie die Strecke des Volks- Radrennens "Vätternrundan" (315 km). Nachdem wir uns an dem Schild sattgesehen haben, biegen wir von der Hauptstraße ab und fahren auf "Runt Vättern" durch den Wald auf Askersund zu.
Der Ort hat mit seinen 4200 Einwohnern schon was städtisch- quirliges an sich, zumindest direkt um den Marktplatz herum, wo wir uns beim ICA mit Nachschub eindecken und danach in der Sonne Pause machen. Das ist dann aber auch genug Stadtleben für unsere Tour - von der Hauptstraße zur halben Großstadt Örebro, die schon hier in einiger Entfernung jede Menge Verkehr anzieht, halten wir uns fern. Es geht weiter Nord- Nordost.
Wir haben erneut etwas Schwierigkeiten, ein Zeltgebiet zu finden - es gibt viele landwirtschaftliche Flächen hier. Ein Waldgebiet nördlich von Sköllersta sah auf der Karte geeignet aus, ist aber von Entwässerungsgräben durchzogen, hat viel dichten Birkenwald (deutet auf feuchten Untergrund hin) und macht überhaupt einen abweisenden Eindruck. Wir fahren halb um den Wald herum und finden auf einem etwas isoliert in der Landschaft rumstehenden kleinen Hügel eine Art Wiese mit Büschen und ein paar Kiefern - und einer prima Rundumsicht. Wunderbar bei tiefstehender Sonne. - 91 km.

6. Tag: Mini- Fähre über den Hjälmaren, Hitze, Köping

Der Morgen startet mit Hitze! Klar, auf unserem Hügel geben nur Büsche und die wenigen Bäume Schatten. Trotzdem: heißer Kaffee muss sein! Das Solarpanel powert wie eine Steckdose. Planung für heute: östlich an Örebro vorbei über den Hjälmaren- See.
Weite Felder, ein großes, flaches, sumpfiges Vogelschutzgebiet. (Fast) alle Straßen führen nach Örebro und um das vermeiden, biegen wir auf eine unscheinbare geschotterte Nebenstraße ab und stehen unvermittelt am Südufer des Hjälmaren, Schwedens viertgrößtem See. Eine irre Sicht nach Westen wie nach Osten. Wir fahren über einen Damm mit Brücke auf die Insel Äsön. Auf der Insel gibt's eine Überraschung in Form eines ehemaligen Baggersees mit flachem Strand. Badepause - warm genug ist es jetzt! Danach fahren wir den immer schmaler werdenden Schotterweg weiter... und weiter... und stehen plötzlich an seinem Ende. Ein Kanal ohne Brücke versperrt uns den Weg. Trotzdem, die Routenplanungssoftware hat keinen Unsinn produziert - am Steg steht etwas von einer Fähre. Und tatsächlich: am anderen Ufer, das nur ein paar Dutzend Meter entfernt ist, sehen wir eine Art Schwimmtrog dümpeln. Aber: nichts bewegt sich. Und nun? Alles zurückfahren und doch über Örebro? Das wären 30-40 km extra und würde unsere Planung schon ziemlich durcheinanderbringen. Eine Anwohnerin und ein Aushang klären auf, dass der Trog die "Åbäket-Fähre" ist, von der Kommune Örebro betrieben wird, man freiwillig 20 Kronen dafür bezahlen kann (aber ausschließlich per Swish-App) und sie in den Sommermonaten ab 12:00 pendelt. Außer montags, dientags und bei schlechtem Wetter. Was für ein Glück, dass wir Sommer haben und es schon nach 11 ist... Und, tatsächlich, kurz vor 12 setzt sich der Trog in Bewegung. Keinesfalls mit trägem Seilantrieb, sondern einem fetten Außenbordmotor. Wir drücken einem anderen Mitfahrer 20 Kronen- Scheine in die Hand, der dann per Swish unsere "avgift" mitbezahlt. Eine der wenigen Gelegenheiten, wo es tatsächlich mal nicht mit Bargeld ging, das zumindest auf den Radreisen der letzten fünf Jahren noch immer gut funktioniert hat, entgegen dem verfrühten Gerücht von einer bereits erfolgten Bargeldabschaffung in Schweden. - Die Fähre geht ganz schön ab. Gesteuert wird sie von einem entspannt aussehenden Studententypen, der nur durch ein T-Shirt mit dem Logo der Kommune als "Offizieller" erkennbar ist. - Die Überfahrt ist ebenso nett wie kurz. - Wir fahren danach ein gutes Stück parallel zur E18, einer der schwedischen Hauptverkehrsadern, und meistens außerhalb ihrer Sicht- und Hörweite. Bei einer Pause gibt's etwas von der Wärme halb verflüssigte Schokolade. 500 Tour- km sind voll, etwa ein Viertel! Das Wasser wird mal wieder knapp, der Rest des früher am Tag bei einer Kirche gezapften Leitungswassers ist in der Fahrradflasche warm und labbrig geworden. Ich bekomme ein starkes Verlangen nach eiskaltem Fruchtsaft.
Den gibt's dann auch, beim Willy's in Köping. Nebst Wasser, Köttbullar, Roggenbrot und zwei Dosen "pale ale". Der Willy's liegt in einem Einkaufsgebiet an der E18 und es sieht aus wie eine US Mall.
Etwa 10 km nördlich finden wir dann einen angenehmen Platz im Wald. Das Bier schmeckt ungewöhnlich, aber gut. 89 km.

7. Tag: wilde Tiere

Oha, das war der letzte Rest Kaffee! Morgensonne. Ein bisschen kühler als gestern morgen, aber angenehm. Ich fahre aber erstmal mit meiner dünnen Windjacke. Querung der "Route 66" (schwedische Version) und kurz dahinter gibt es fast einen Unfall: ein Reh überholt uns rechts auf einer Wiese, springt vor einer Hecke, die den Ortseingang von Ramnäs markiert, nach links und rast auf die Straße zu. Wild gestikulierend bringen wir ein entgegenkommendes Auto zum Anhalten und das Reh läuft wohl keine zehn Meter vor dessen Motorhaube auf die andere Straßenseite. Glück!
Ramnäs hat jede Menge stillgelegte alte Industrieanlagen in Backsteinoptik und wenige Kilometer hinter dem Ort weist eine Schautafel auf groß angelegten historischen Torfabbau hin. Die Ruinen davon sind längst überwuchert. Es geht weiter durch Wald, Wiesen und die Flussniederung des Svartån.
Pause vor der Kirche von Fläckebo - im Schatten. Im sonnigen Gras beobachten wir ein kleines Drama: ein Frosch versucht vor einer Schlange davonzuhüpfen. Es kam mir vor, als hätten wir durchs Fotografieren die Schlange aus dem Konzept gebracht - jedenfalls verzieht sie sich ohne Frosch. - Immer mal wieder interessierte Leute, die uns nach dem Woher und Wohin fragen und an denen ich mein grottiges Schwedisch ausprobiere.
Einkauf in Sala. Kaffeenachschub! Wie immer in Schweden "Skåne Mörkrost", fast wie Espresso! Hinter Sala kommt Uppsala (der Län, durch seine gleichnamige Läns- Hauptstadt kommen wir dieses Jahr nicht durch). Nach 86 km landen wir in einem lichten Kiefernwald, keinen km von der Hauptstraße 56 entfernt. Es ist trotzdem angenehm ruhig.

8. Tag: Dalälven / Gävle

Trotz flachem Gelände habe ich irgendwie schief gelegen und schlecht geschlafen. Sonne, Kaffee und Haferflocken helfen wie immer, wieder in Gang zu kommen. Soweit wie möglich fahren wir parallel zur Hauptstraße 56 nach Norden. In Tärnsjö beim ICA nära Vorräte aufstocken, vor allem Wasser, und außerdem die Kette nachölen. Für fünf km müssen wir dann doch auf der 56 fahren. Das ist eine dieser grässlichen dreispurigen Straßen, die alle paar km 1/2 mit 2/1 Spuren abwechseln und dazwischen ein Drahtseil (Gegenstück zur deutschen Mittelleitplanke) haben. Wenn man auf einem Abschnitt mit nur einer Spur fährt, überholen einen die Autofahrer reichlich dicht - besonders bei LKWs kein Spaß, erst recht nicht, wenn der Randstreifen rechts der Markierung gerade mal 20 cm breit ist. Ist völlig legal auf dieser Straße mit dem Fahrrad zu fahren, und niemand drängelt oder hupt - aber es ist kein Spaß und wir sind froh, als wir wieder auf eine Nebenstraße abbiegen können. Auch wenn uns die 56 auf dem kürzesten Weg zu unserem Zwischenziel Gävle führen würde. - Die Nebenstraße X 507 führt dafür fast schon spektakulär über den Dalälven - diagonal mehrere km über eine Perlenschnur von Inseln. Bei 27 Grad machen wir auf auf einer dieser Inseln Mittagspause. Die nachfolgende langgestreckte Landzunge über den Dalälven hat mit den aufgeheizten Kiefern links und rechts schon etwas von Mittelmeer- Pinienatmosphäre. - Kurz dahinter noch ein Einkauf in Hedesunda (mehr Wasser! Bier! Fischkonserven!) und dann weiter Richtung Gävle. Erneut vermeiden wir auf einem reichlich holprigen Waldweg die Hauptstraße 56 - aber das geht nicht ewig. Also auf die 56. Die ist hier zweispurig ohne Mittelleitdraht, etwas besser als vorher, aber das Fahren ist trotzdem angespannt. Der Verkehr wird vor Gävle - 77000 Einwohner! - dichter. Es folgen Vororte, endlich (gut ausgebaute) Radwege und die Unterquerung eines riesigen Autobahnkreuzes (E4/E16). - Die wirklich schönen Teile der Stadt müssen wohl abseits unserer Route liegen, wir sehen Wohngebiete, den Bahnhof, Vorstadthochhäuser und verlassen die Stadt durch eine übelriechende Industriebrache wieder Richtung Nordosten. Nach einem Umweg wegen einer Baustelle noch etwa 5 km entlang der Bahnlinie nach Norden auf der Suche nach einem Zeltwald. Wir finden nichts rechtes und machen uns in einem Gebüsch am Rand einer verwilderten Wiese breit. Kein Blick auf die Ostsee heute!

9. Tag: nordwärts bis Söderhamn

7 Uhr, die Morgensonne knallt direkt und ohne Schatten auf die Wiese und direkt auf unsere Zelte. Keine Haferflocken zum Frühstück - zu warm! Kurz vor 9 Abfahrt. Nach einem Aussichtspunkt auf den Mårdängsjön (viele Vögel!) ist die Straße (X 583) langweilig. Stur nach Norden, immer an der Küste entlang, die aber für einen Ostseeblick zu weit entfernt ist. Beim ICA in Bergby viel Wasser bunkern, es bleibt heiß! Und Kekse mit "Tranbär" (Moosbeeren) oder zumindest ihrem Aroma. Und köttbullar, nicht zum ersten Mal. Irgendwann um Mittag rum sehen wir zum ersten Mal seit Tagen ein paar nennenswerte Wolken. Wir haben ein paar km Vorsprung auf die Planung, es rollt auch ganz gut auf dem Asphaltband. Die Ostsee bekommen wir aber weiterhin nicht zu sehen, auch in Söderhamn nicht. Das Hafenstädtchen ist nur über einen kilometerlangen Mündungstrichter mit dem Meer verbunden. - Es gibt Blaubeeren in unserem Zeltwald und eine Eidechse kriecht auf mein Zeltdach. Ein Tag ohne besondere Ereignisse!

10. Tag: ins Landesinnere

Und weiter auf der X 583. Wieder wird das Wasser knapp, und der Lebensmittelladen in Lindefallet, der damals noch auf OSM kartiert war, hat dichtgemacht, viel später finde ich im Internet noch einen wehmütigen Abschiedsgruß des Teams nach 22 Jahren mit "Linde Livs lanthandel". Wir haben Glück, nicht lange dahinter finden wir in Enånger erst einen Kirchen- Trödel/Flohmarkt mit Kaffeeausschank und ein paar supernetten älteren Damen und echtem Leitungswasser in einem richtigen Waschraum und dann sogar einen coop. Liverpastej (Leberpastete)! Zu Hause "igitt", aber hier habe ich Appetit auf so ein Zeug. Hinter Enånger verlassen wir die X 583 und biegen nordwestlich ins Landesinnere ab. Es wird hügeliger und wir kommen aus dem Einerlei von langen Asphaltbändern und Landwirtschaftsflächen raus. 15 km durchgeschwitzt mehr bergauf als bergab auf einer Schotterpiste durch den Wald! Wir bewegen uns jetzt einigermaßen direkt auf das Ziel unserer Reise, den Flataklocken, zu. In Delsbo (2200 Einwohner) nochmal Zivilisation. Einkauf ausnahmsweise mal nicht beim ICA, sondern beim hemköp. Mehr Haferflocken und "remouladsås" (schön viel Fett und Kalorien mit wenig Platzbedarf)! Am Norrdellen wäre ein schöner Badestrand, vielleicht könnte man da auch zelten... aber der See ist anscheinend die Badewanne von ganz Delsbo. Wir suchen uns am Rand des Sees eine nicht wirklich schöne, dafür aber ruhige Stelle. Waschtag!

11. Tag: halbe Wildnis

Lautstarkes Kranichtrompeten in der Nacht! Es wurde nachts so kühl, dass meine zu Nutella geschmolzene Schokoladentafel am Morgen wieder hart war wie aus dem Kühlschrank. Heute und morgen noch Hochsommer, dann soll es kühler werden und sogar erstmals regnen. Aber erstmal geht es bei heiterem Wetter los. Die Straße 305 nach Hassela sollte in besonderer Erinnerung bleiben. Erstmal weil sie brandneu asphaltiert war, und das über etliche km, es allerdings totzdem bergauf und bergab ging, wir also nicht allzu schnell vorankamen. Wohl 25 oder 30 km zog sich der Asphaltwurm. Meine Reisefotos von dem Abschnitt sahen auch irgenwie alle ähnlich aus. Egal, heute abend würden wir fast am Reiseziel sein! In Hassela Einkauf beim coop, u.a. neuer Brennspiritus für den Kocher. Insgesamt umgerechnet fast 20 Euro ausgegeben - deutlich mehr als der normale Tageseinkauf, aber für den nächsten Tag rechneten wir mit keiner Einkaufsgelegenheit und brauchten Vorräte. Noch ein bisschen weiter auf der 305, die aber nach wenigen km eine Schotterpiste wurde - Ende des Ausbaugebietes! Wald und nochmals Wald. Größtes Ereignis: mitten in der Wildnis müssen wir schnell rechts ranfahren, weil ein riesiger LKW heranrauscht, uns überholt und einstaubt. Meine Fahrradbrille hält das schlimmste ab, aber wir warten mit dem Weiterfahren einen Augenblick, bis die Sicht wiederhergestellt ist. Weiter Wald, dem Lauf eines kleinen Flusses aufwärts folgend. Bei Hjältanstorp, nur noch 3-4 km Luftlinie vom Flataklocken entfernt, wollen wir noch ein bisschen mehr Waldluft zum Tagesausklang haben und biegen von der Hauptschotterpiste auf eine Nebenwaldschotterpiste ab. Schlechte Idee, die hat's nämlich in sich, sie ist so grobschotterig, dass wir wohl 1-2 km schieben müssen. In einem lichten Wald (mit Blaubeeren) bauen wir unsere Zelte auf. Durch die Bäume sehen wir nicht nur die tiefstehende Sonne, sondern auch den Flataklocken. 85 km.

12. Tag: am Ziel - und wirr zurück

Auffahrt zum Flataklocken. Gleich drei Schilder markieren die Abzweigung dorthin - für schwedische Verhältnisse also schon eine größere Touristenattraktion. "Auffahrt" ist zu viel gesagt - den größeren Teil der 1,5 km auf den Berg müssen wir schieben. Der Schotter ist rutschig, es ist warm, es ist steil, und die Satteltaschen sind von Vorräten für zwei Tage schwer. Auf der Hälfte des Weges gibt es einen Parkplatz für Wohnwagen und einen Hinweis, dass der Rest der Straße für Wohnwagen zu schmal und zu steil wäre. Wie wahr! Um 10 sind wir ganz oben. Dort gibt es ein Café, das aber erst um 11 aufmacht (nur im Hochsommer). Die zweite richtige Bummelpause nach dem Warten an der Fähre über den Hjälmaren! Das Café wird von vier Studenten oder Schülern betrieben, ich tanke Kaffee und Kuchen. Ein paar Touristen kommen noch, alle per Auto. Die Aussicht vom Berg (465m) ist wunderbar. Den genauen(?) geografischen Mittelpunkt Schwedens (jedenfalls den nach der einen von mehreren möglichen Berechnungsmethoden ermittelten) markiert eine im Boden verankerte kleine Pyramide. Es hat sicherlich auch ein bisschen was Symbolisches. Auf jeden Fall machen wir Fotos.

***

11:30 brechen wir zur Rückfahrt Richtung Süden auf. Die zweite Reisehälfte beginnt so wie die erste endete: mit Schieben. Diesmal den Flataklocken bergab. Fahren geht wieder nicht, denn der unebene Schotter rutscht unter den Reifen weg. Unten angekommen, satteln wir auf und biegen nach Südwesten ab. Eine Folge von mehreren kleinen Schotterstraßen folgt. Wir müssen rechts an einem See vorbeifahren... und bleiben stecken. Dort wo ein Waldweg sein sollte, ist nur wüster Matsch, als hätte jemand mit einem Bagger den Weg abgeräumt. Nicht mal zu Fuß kommt man durch. Mist! Wir versuchen es an einer anderen Stelle nochmal, aber auch dort trennen uns mindestens 200m dichtes Gebüsch von der anderen Seite des Hügels. OSM und GPS zeigten damals keine Auswege.
Wir müssen also umkehren.
Zerknirscht fahren wir denselben Weg zurück, den wir gestern zum Flataklocken hingefahren sind - und uns erwarten damit wohl 30-40 zusätzliche Kilometer. Um wenigstens Abwechslung zu haben, nehmen wir auf einem Abschnitt eine Parallel- Schotterpiste, die dann aber noch schotteriger ist als die auf der Hinfahrt. Immerhin schwitzen wir nicht mehr, denn der Hochsommer ist, wie vorhergesagt, einer dichter werdenden Wolkendecke gewichen.
Erneut machen wir Stopp in Hassela. Da wir ja am Vortag für zwei Tage eingekauft hatten, holen wir im coop diesmal nur noch Kleinkram. Und dann fahren wir noch ein kleines Stück die elende Straße 305 zurück - die von gestern, mit dem schönen neuen Asphalt und den vielen Hügeln - und landen in einem eher miesen Zeltwald. Nur 67 km, das Aufholen des Rückstandes muss warten!

13. Tag: Ljusdal, grau

In der Nacht erst Niesel, dann Prasseln, dann Gewitter. Morgens die unvermeidlichen Schnecken am Zelt. Die Wetterdienste sind uneins über den Tag. Nasse Zelte zusammenpacken und ab auf die 305. Bergab nicht zu schnell, der Asphalt ist nass! Nicht weit hinter Ängebo (nur 59 Einwohner, aber mit eigener (Automaten-)Tankstelle!) dann 15-20 km durch die Pampa. Hin und wieder Niesel. Spätestens in Ljusdal, groß genug für einen Lidl, sind wir auch wieder auf der geplanten Route, wenn auch immer noch mit km- Rückstand. Mittagspause im Stadtpark, danach Asphalt treten. Ein längeres Stück auf der Hauptstraße 84 (viel Verkehr!) und dann auf die 310 Richtung West- Südwest und damit ungefähr in die Himmelsrichtung unseres nächsten Ziels, des Siljan- Sees. Immer noch Asphalt und immer noch grauer Himmel. Irgendwann haben wir keine Lust mehr und beenden die ereignislose Asphaltschrubberei nach 97 km. Immerhin: der km- Rückstand schrumpft. Und wieder fängt es kurz an zu nieseln. Nur 14 Grad!

14. Tag: Asphalt nach Dalarna

Erneut Regenprasseln nachts. Immerhin kann man am Morgen die Sonne durch die Wolkendecke erahnen. Kurz nach dem Losfahren bemerke ich, dass der Hinterreifen Luft verliert. Nur sehr langsam über mehrere km, also kein "Plattfuß". Irgendwas stimmt mit dem Ventil nicht, es ist wohl nicht fest genug eingeschraubt. Also nachgezogen, Luft nachgepumpt und weiter. Hilft nichts, zweiter Stopp. Dabei bekommen wir Besuch: ein verlottert aussehender Fuchs kommt aus dem Gebüsch und beobachtet uns mit ein paar Metern Abstand. Offensichtlich will er was zu fressen haben. Irgendein paar Körner bekommt er, für die sich seine Begeisterung aber in Grenzen hält. Er knabbert lustlos dran rum, dreht noch eine Runde und trollt sich dann wieder. - Und weiter geht's. Nach nochmal ein paar km der dritte Stopp und diesmal muss die Zange ans empfindliche Ventil ran. Und das hält dann auch endlich! Einen richtigen, "normalen" Plattfuß hatte ich übrigens mit diesem Rad in sechs Jahren Schweden und Norwegen nicht gehabt, nur 2019 schon mal ein ähnliches Ventilproblem wie dieses hier und 2017 einen Riss in einem wahrscheinlich völlig überalterten Schlauch, also Materialermüdung. Seit 2017 fahre ich Schwalbe Schläuche und als Reifen Schwalbe Marathon Tour ("Plus" oder "Pro" oder sowas) in 700x40c. Haben sich bewährt. Merkzettel für zu Hause: einen "Ventilschlüssel" für die Reparaturtasche kaufen.
Bei Los (auch "Loos" geschrieben) biegen wir nach Süden auf die 296 ab. Asphalt, wenig Verkehr und schnelles Vorankommen und ab Tages- km 25 kommt auch die Sonne durch - erst nur zaghaft, dann immer mehr. Wir riskieren noch einmal 10 km Umweg, die dafür weiterhin auf asphaltierter Straße verlaufen. Unterm Strich sollten wir damit schneller vorankommen als auf der in der Tourplanung vorgesehen schotterigen und hügeligen Abkürzung. Beim Einkaufs- und Mittagsstopp beim Voxna Livs, einem wirklich sehr kleinen Tante- Emma- Laden im Souterrain eines Hauses im Stil der "Villa Kunterbunt", haben wir schon ordentlich Sonnenschein. Der bleibt auch erstmal. Auf der 301 ist etwas mehr Verkehr. Wir kommen nach Dalarna, das "Herz Schwedens". Den Abschnitt ab Dalfors sind wir 2018 schon einmal gefahren, damals während einer Hitzewelle, und erkennen das eine oder andere wieder. In Furudal gibt's immer noch einen Supermarkt, der allerdings jetzt kein ICA mehr ist, sondern ein "Tempo" und auf dessen Parkplatz sich heute ein paar US- Oldtimer- Liebhaber versammelt haben. Vielleicht waren es die, die wir schon bei Lo(o)s gesehen hatten?
Letzter Abschnitt des Tages: ein Stück auf der 296 am Rand des Oreälven- Flusstals. Von 2018 erinnere ich mich noch an tolle Ausblicke, aber die sparen wir uns für morgen auf - 110 km sind genug für den Tag.

15. Tag: Mora und Siljan

Schade, über Nacht hat sich eine Wolkendecke gebildet. Das dämpft die folgenden Ausblicke auf das weite Tal des Oreälven ein bisschen. Sehenswert aber trotzdem, und außerdem die Dörfer, das zweisprachige Umfeld (schwedisch und älvdalisch), das Vogelschutzgebiet neben der Inlandsbanan, die ein paar km weiter in Mora ihren südlichsten aktuell in Betrieb befindlichen Punkt hat, und dann natürlich Mora selbst. Hier endet der Vasalauf, Schwedens größtes Wintersportereignis, und wir machen nach 2018 einen zweiten Besuch des Zieltores (Inschrift: "I fäders spår / för framtids segrar") und der Gustav Vasa- Statue. Wiedersehen macht Freude! - Einkauf beim ICA (auch demselben wie 2018), kurz durch die Altstadt, am Bahnhof einen Triebwagen der Inlandsbanan bestaunt und dann raus aus der Stadt - nach Süden und damit weg von der 2018er Route. Diesmal am Westufer des Siljan. Der See ist groß und wird uns noch den Rest des Tages begleiten. Die Insel Sollerön, auf der wir Mittagpause machen, ist groß, und der Sund, den wir in Richtung Westufer überqueren, auch, nämlich 1,5 km breit. Graues Wetter, Asphalt. Wir hatten schon schönere Streckenführungen! Kurz hinter Siljansnäs am Südende des Siljan fahren wir wegen der relativ dichten Besiedlung am See relativ weit eine Nebenstraße rein und finden eine buschige Fläche am Waldrand. Kaum die Zelte aufgebaut, ziehen zwei Gewitter vorbei, die hier in der hügeligen Landschaft ordentlich Krach machen. - 89 km!

16. Tag: Regengüsse

Nachts Regen. Losfahren bei weiterhin grauem Himmel. Südlich von Leksand kommt ein kurzer, aber heftiger Regenschauer runter. Wir flüchten unter ein Hausdach. Es folgen dann aber einige Dutzend angenehme km durch "Bullerby-Land": Dörfer mit falunroten Holzhäusern, schöner als gestern direkt am Siljan. Richtung Süden in Nähe des Österdalälven, dann des Västerdalälven. Hinter Mockfjärd, dessen ICA leider umgezogen war - am Standort laut Karte war nur ein offensichtlich verlassenes Ladengeschäft - geht es wieder durch Wald und Pampa. Nervig sind zuweilen die Querrillen in Schotterpisten, die wohl von durchdrehenden Autoreifen verursacht werden und die beim Radfahren zum Schritttempo zwingen. Erleichterung, als wir nach etlichen km wieder auf die asphaltierte Hauptstraße kommen. Es ist die Route 66 (hatten wir doch schon mal?) Vor Grangärde flackert kurz die Erinnerung hoch, der Radweg kommt mir bekannt vor? Ein späterer Blick auf die GPS-Tracks bestätigt, dass wir hier tatsächlich im Vorjahr schon langgefahren waren. Bei lausigem Wetter. Heute aber erstmal noch Überraschung: in Grangärde können wir den Einkauf nachholen, und die Sonne kommt heftig raus. Raus aus der Regenjacke! - War leider keine gute Idee: wenige km später geraten wir in einen Platzregen. Der kommt so plötzlich, dass wir quer über die Straße unter den nächstbesten Baum fahren und ich mich nicht traue, die Satteltasche mit der Regenjacke aufzumachen, weil sie volllaufen könnte! Nach zehn Minuten wird's wieder besser, wir sind aber durchgeweicht und fahren weiter (jetzt mit Regenjacke, fürs nächste Mal) um wieder warm zu werden. - Nochmal ein paar km weiter, bei Saxdalen, kommt dann ein richtiger Wolkenbruch runter. Panikartig flüchten wir in ein geöffnetes Café und wärmen uns auf. Die überdachte Außenterrasse und eine Tasse Kaffee helfen. Diesmal warten wir wohl eine halbe Stunde auf Wetterbesserung und die Laune sinkt. Noch 2 oder 3 km fahren wir. Welch Wunder, der Platz im Wald ist nicht völlig durchgeweicht, denn anscheinend war der Regenguss örtlich sehr begrenzt gewesen. - Für den nächsten Tag ist ein Temperatursturz angesagt: Höchsttemperatur 12 Grad!

17. Tag: Kalt mit später Besserung

Nachts Prasselregen. Morgens kalt, wie angekündigt. Nasse Zelte einpacken. Brrrr. Mit entsprechender Laune geht es nach Süden. Aus Dalarna raus nach Örebro Län. In Kopparberg wird das Wetter etwas weniger nassgrau. Einkauf dort in einem merkwürdig verwinkelten ICA (Adresse: Vinkelgatan!) und, da wir kein geöffnetes Café finden, setzen wir uns an einer Tankstelle mit Kaffeeausschank in einen warmen Besucherraum. - Dann im Schlingerkurs teils auf der Hauptstraße 50, teils auf parallel verlaufenden Waldwegen weiter südwärts. Kein Regen mehr. Nach 14 Uhr breiten wir bei einer Pause an einer windigen Stelle die nassen Zelte zum Trocknen aus.
Die Besserung beschleunigt sich ab 16:00. Wir machen schon wieder in einem Café halt, es gehört zu dem an der Touristenroute "tre sjöars väg" gelegenen Museumsdorf Siggebohyttan. Kurz vor Ladenschluss bekommen wir noch Kaffee und Kuchen. - In Nora, einer hübschen Stadt wenige km weiter, kommt fahl die Nachmittagssonne durch die Wolken. Bei Pershyttan dann schon mehr. Als die Häuser weniger werden, machen wir auf einer großen Kahlschlagfläche am Waldrand halt - mit weitem Blick auf die untergehende Abendsonne. Nasse Sachen aufhängen und von der Sonne bescheinen lassen, auch wenn sie noch nicht wieder wirklich wärmt. Aber es fühlt sich wieder besser an. - 92 km.

18. Tag: Sommer kommt zurück

Beim Aufwachen Staunen: es ist wolkenlos! Unsere Zelte stehen im Schatten der Bäume, aber nach dem Losfahren bekommen wir schnell Sonnenwärme ab. Was für ein Traum! Es ist noch längst nicht wieder der Hochsommer wie auf der Hinfahrt bis zum Flataklocken und ich fahre noch mit Windjacke, aber die Laune hebt sich. Es geht kilometerlang eine schotterige, aber meistens gut befahrbare Straße durch die Wälder und den "Ekopark Kilsbergen". - Die Intensität der Sonnenwärme steigt noch, als wir aus dem Wald raus- und in eine riesige, langgezogene Agrarlandschaft kommen. Mittendrin ein Tante- Emma- Laden ("Vedlunds Livs"). Der hat einen Zettel an der Eingangstür, "kontaktfri" lese ich flüchtig im Vorbeigehen. Ah, denke ich, Corona- Vorsichtsmaßnahmen. Nachdem der freundliche Herr an der Kasse als erster Lebensmittelladen auf allen meinen bisherigen Radreisen mein Bargeld nicht haben will und ich meine ec- Karte rauskramen muss, gucke ich beim Rausgehen nochmal auf den Zettel. "KontaNTfri" steht da - "bargeldfrei" - und nicht "kontaktfrei"! Noch ist die bargeldfreie Gesellschaft in Schweden gut davon entfernt, flächendeckend zu sein, aber es wird mehr. - Und weiter. Die Felder ziehen sich auf beiden Seiten kilometerweit bis zu Hügelketten jeweils links und rechts, und darüber ist Schwedenhimmel wie aus dem Bilderbuch. Wir kommen auf etwa 15 km westlich an Örebro heran. Ein entsprechender Wegweiser weckt Erinnerungen an die gar nicht von hier entfernte Route der Hinfahrt - die Minifähre über den Hjälmaren war vielleicht 20 km weiter östlich. - Bei einer kurzen Pause sehe ich zum einzigen Mal 2021 einen Maikäfer. - Die Zivilisation wird dichter: über die Autobahn E18 (Oslo- Stockholm) rüber, ein Golfressort (protziger als der schwedische Standard) und zwischen zwei Dörfern der erste E-Tretrollerfahrer.
Lunch auf dem zentralen Platz von Fjugesta. 20 Grad.
Von dort auf einem banvallsleden aus der Stadt raus (sehr angenehm) und dann gut 10 km auf der etwas nach ihrem neuen Asphaltbelag stinkenden 204 (eher langweilig). Dann der totale Kontrast: zwei km übler Grobschotter mit viel Schieberei! Zum Tagesausklang 10-15 km ruhige Waldpiste, der Abendsonne entgegen. An der End- Wendeschleife eines ruhigen Forstweges machen wir uns im hochgewachsenen Gras breit. 85 km.
Wir haben noch 300 km zum Fährhafen nach Göteborg, liegen also eigentlich im Plan. Was uns allerdings etwas aus dem Konzept bringt: nur wenige Tage zuvor und mit nur wenigen Tagen Vorlauf hat die Bundesregierung verkündet, dass alle(!) noch nicht vollständig geimpften Reiserückkehrer bei der Einreise einen negativen Corona- Test vorzuweisen hätten. Die zweite Impfung steht bei mir noch aus - in Hamburg zog sich das für Nicht- Risikogruppen etwas länger hin - und als wir losfuhren, war Schweden noch Rückreise- testfrei und wäre es, rein von der Sieben- Tage- Inzidenz her, auch immer noch - nur dass eine niedrige Inzidenz halt jetzt nicht mehr zählt. Etwas verärgert wegen der Kurzfristigkeit dieser Regeländerung versuchen wir per Smartphone im Web und per EMail an die Fährlinie an die Adresse eines Testzentrum im Hafen Göteborg zu kommen. Das gestaltet sich schwierig und wie sich später herausstellen soll, bekamen wir von der Fährlinie auch noch schlicht Falschinformationen.

19. Tag: Vänern

Mehr Sonne, mehr Schwedenhimmel! Einkauf in Hova, unter anderem wieder mal "punschrullar", die ich gleich auf vor dem Supermarkt in mich reinstopfe. Erneut kommen wir auf eine Strecke, die wir von 2020 wiedererkennnen, speziell am Götakanal. Bei der ersten Schleuse bei Norrkvarn gibt's was zu gucken: die "Bellevue", ein halb historischer Kanaldampfer, wird durch die weit über 100 Jahre alte Schleusenkammer durchgeschleust. Das ganze läuft routinemäßig ab und dauert vielleicht zehn Minuten. Wir fahren der "Bellevue" hinterher und überholen sie (sowie reichlich Ausflugsradfahrer, die die flache Kanalstrecke entlangbummeln). Bei der nächsten Schleuse bei Mårby machen wir Mittagspause und lassen uns dabei vom weiteren Durchschleusemanöver der "Bellevue" unterhalten.
Wir biegen nun vom Kanal ab, Richtung Westen nach Mariestad am Vänern. Ein Radweg neben der Kinnekullebanan (woher der Name stammt, merken wir einen Tag später) führt in die Stadt hinein. In Mariestad dann ein erster Blick auf den Vänern. Wegen Inseln nur eingeschränkt, aber man kann erahnen, was für ein Quasi- Binnenmeer der See ist. Ein bisschen Touristenleben am Hafen. Wir folgen dem Västgötaleden. Der führt auf Nebenstraßen nicht weiter vom Ostufer des Vänern Richtung Südwesten. Es gibt nur wenig Verkehr, vielleicht weil die parallel verlaufende E20 den Fernverkehr aufnimmt. Man merkt allerdings, dass um den Vänern herum Kulturlandschaft überwiegt. Unser Zeltwald ist dann auch ziemlich klein und auch noch fast in Hörweite eines größeren Badeplatzes. Trotzdem schön. - Wir wissen immer noch nicht, ob wir dort bereits beim Check- zur Fähre in Göteborg einen negativen Corona- Test vorlegen müssen oder erst in Deutschland! - 86 km.

20. Tag: Mehr Vänern

Meine Tretkurbel knarzt! Hatte ich schon mal. Abziehen und Fett auf den Vierkantstift verteilen hatte vor der Reise geholfen, 1500 km hat's gehalten. Zur Not geht auch, das Rad zur Seite zu legen, Wasser auf die Pedalaufnahme draufzutröpfeln und über Nacht "einziehen" lassen (ja, ernsthaft!) Funktioniert heute aber nicht mehr, und fürs Abziehen und Einfetten fehlt mir das Werkzeug. Nervt!
Im Bootshafen von Hällekis ein schmaler, unverstellter Blick aufs offene Wasser des Vänern. Dutzende km freie Sicht, und wir haben 1a Wetter dafür! Kurz hinter Hällekis geht's am Rand einer merkwürdigen aufgelassenen Kiesgrube weiter. Von denen gibt's viele in Schweden, aber diese hier ist spektakulär. Es sieht ein bisschen nach Western- Kulisse aus, erst recht als wir die Räder eine Rampe nach oben schieben (müssen). Wir sind sozusagen im ersten Stock und haben prima Aussicht auf den "kalkbrott på Kinnekulle" (der, dem die Kinnekulle- Bahnlinie von gestern ihren Namen verdankt) und auf den Kinnekulle selbst, einen "Schichttafelberg", dessen geologische Besonderheiten einige Informationstafeln erklären. Da wir mit der Planung weiter in der Zeit liegen, gucken wir sie uns in Ruhe an. Noch eine Etage höher (zu erreichen über eine weitere sandig- schotterigen Rampe zum Schieben) weitet sich der Ausblick nochmals und am Horizont breitet sich der Vänern links und rechts in aller Pracht aus. Das gegenüberliegende Ufer ist nicht zu sehen. Tief durchatmen!
Vom Berg geht's sachte über etliche km wieder nach unten auf Seeniveau - später sieht das dann auf dem Höhenprofil des Tages- GPS- Tracks wie ein großer Schluckauf aus, mit 180m Maximalhöhe bei sonst 40-60m. Fährt sich super. Ganz unten ist dann u.a. der geradezu lebhafte Badestrand von Filsbäck. Mir ist das Wasser allerdings zu kalt für ein Bad. Einkauf beim nüchternen Lidl in Lidköping, Mittag auf dem umso angenehmeren Nya Stadens Torg auf einer richtigen Sitzbank.
Ein paar Wolken sind mittlerweile zu sehen, halten aber Abstand, wenn auch vielleicht nur einen Kilometer. Letzte Pause gegenüber der Dorftankstelle von Tun, schon wieder auf einer richtigen Sitzbank! Große Agrarlandschaften, wir hoffen trotzdem irgendwo einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Der Zufall führt uns zu einem Brachgelände nahe dem Bahndamm: sonnenbeschienen, schön flach und ruhig. Bis auf die Bahn, die vielleicht einmal die Stunde vorbeirauscht und die wir durchs Gebüsch gerade so eben sehen können. 97 km, etwas mehr als sonst, wir wollen für den Corona- Test übermorgen noch eine Zeitreserve rausfahren.

21. Tag: Viele Schleusen

Sonniger Traumstart in den Tag. Wir überqueren den Göta älv und fahren am Ufer des Vänern einen verschlungenen Waldweg (den "Axel W Erikssons väg") nach Vänersborg rein. Jede Menge Aussichtspunkte auf den See, der beste ist ein Vogelbeobachtungsturm. In der Ferne sehen wir ein ziemlich großes weißes Frachtschiff auf Vänersborg zufahren.
Neuigkeiten: in Göteborg soll es nicht allzu weit vom Hafen entfernt ein Corona- Testcenter ohne Anmeldung geben. "Drive-In-Testcenter" war das "Zauberwort" für die Suchmaschine.
Nach Vänersborg rein. Die Stadt (23000 Einwohner) ist wie gewohnt fahrradfreundlich und scheint zumindest auf unserer Durchfahrtsroute keinerlei hässliche Ecken zu haben. - Um 10:45 sind wir schon wieder aus der Stadt raus und am Göta älv, genauer an Brinkebergskulles sluss, der ersten einer Vielzahl von Fluss-/Kanalschleusen. Der Übergang über die Schleuse ist gerade geschlossen - weit hinten kommt der Grund dafür herangefahren: es ist genau das Frachtschiff, das wir schon vom Vogelbeobachtungsturm aus gesehen hatten. Ich hole mir am Kiosk Kaffee und ein Eis und genieße das Schauspiel. Das ähnelt dem einige Tage vorher am Götakanal, nur dass das Frachtschiff und die Schleuse hier eine Nummer größer sind. Ich gucke viel später die Schiffsdaten in einem Register nach - mit 13,00m Breite passt der Tanker nur knapp in die 13,20m breite Schleuse. Der Anblick ist spektakulär. Das Absenken um sechs Meter Wasserspiegel geht schneller als ich mit Kaffee und Eis fertig bin!
Das Schiff fährt weiter, der Übergang wird wieder freigegeben. Rüber und weiter auf der Radroute Richtung Trollhättan.
Dort gibt's noch viel mehr Schleusen, viele davon historisch und längst außer Betrieb. Alles sehr radtouristenfreundlich. Die alte Schleusentreppe, an der wir Mittagspause machen, ist ohne Wasser, und das anscheinend schon seit Jahren oder gar Jahrzehnten - tief unten wuchert am Boden der Schleusenkammern das Grünzeug. - Die übernächste Schleuse, die wir sehen, ist eine aktuell in Betrieb befindliche - und ich sehe gerade noch in der Ferne den Tanker von Brinkebergskulles sluss davonfahren.
Raus aus der dichtbesiedelten Gegend am Göta älv und rein ins Hinterland. Eine halbe Stunde rauschen wir auf einem asphaltierten Bahnradweg bis Upphärad. Beim dortigen Tempo- Markt Kartoffelsalat, blåbärsoppa (eine traditionelle schwedische Pansche aus wenig Blaubeeren und viel Zucker) und weiteres bunkern - Abendessen für die letzte Zeltübernachtung. Wir fahren ein Stück auf der Route von 2017, die meine zweite Rad- und Zeltreise durch Schweden gewesen war. Damals war das hier alles noch neu und aufregend, aber jetzt nach Jahren mit mittel- und nordschwedischer Wildnis wirkt es doch schon zivilisationsnah. An der Schotterpiste, die wir dann noch in den Wald hochfahren, folgt über etliche Kilometer ein Gehöft dem nächsten. Es sind nicht mal mehr 40 km nach Göteborg. Immerhin, unser Plan, für den morgigen Corona- Test einen Zeitpuffer zu haben, ist aufgegangen. Auf einer vernachlässigten unebenen Grasfläche finden wir einen Platz. 93 km.

22. Tag: Göteborg

Ziemlich früh geht's los. Der Himmel ist grau, lichtet sich aber wieder. Zu meiner Freude geht es doch noch etliche Kilometer durch Wald, sogar ein Naturreservat. Beides endet ziemlich abrupt kurz vor 9 - es folgen Ackerflächen, Dörfer und Hauptstraßen. Aber, einen haben wir noch: der Radweg durchs Lärjedalen - ein weiterer banvallsleden und der letzte dieser Reise - führt durch einen grünen Streifen zum Stadtrand von Göteborg. Nahtlos folgt das Netz von meistens zweispurigen Stadtradwegen und das führt uns über ein paar Schlenker zum Ullevi- Stadion. Auf dem Sportplatz nebenan steht die mobile Corona- Teststation. Es ist dort kaum Betrieb, aber es zieht sich. Auch ohne Voranmeldung muss man einen QR Code von einer Tafel mit seinem Smartphone abscannen und ein Online- Formular ausfüllen, Perso vorzeigen und bei der Bezahlung muss ich zum zweiten Mal auf allen meinen Radreisen die ec- Karte benutzen. Mit einer beschlagenen Smartphone- Kamera, grellem Sonnenlicht, nicht optimal gestaltetem Online- Formular und einem wackligen mobilen Zahlterminal dauert das ganze ungefähr dreimal so lange wie mit Papier. Beim Test selbst kriege ich den Tupfer so tief wie noch nie in Deutschland ins Nasenloch gerammt, aber dafür wenigstens nur in eines. - 1 1/4 Stunden später, 70€ ärmer und um ein Reisezertifikat und die Erleichterung über ein negatives Ergebnis reicher fahren wir wieder weiter. - Den Rest des Tages verbummeln wir mit noch einem Einkauf (auch den Supermarkt erkenne ich von 2017 wieder) und gleich zwei Mittagspausen. Einigermaßen frühzeitig fahren wir im Schneckentempo mit einem großen Umweg die restlichen vielleicht 5 km zum Stena- Terminal. 500m vorher sehen wir vor dem Stena Dänemark- Terminal einen Transporter mit ein paar wartenden Leuten stehen. "Corona Schnelltest mit Reisezertifikat für (umgerechnet) 30€" steht dran. Stena hatte auf zwei Anfragen hin behauptet, es gäbe im Hafen keine Testgelegenheit und jetzt steht bei ihnen vor der eigenen Tür eine, die nur die Hälfte kostet wie unsere vorhin (und, wie ich später erfahre, Stena- Passagieren außerdem noch Rabatt gibt)! Wir sind genervt.
Wir haben immer noch viel Zeit und setzen uns beim Check- In auf eine Bank. Etliche Leute reichen ihr Smartphone ins Check- In Häuschen rein. Mit ihrem elektronischem Test- oder Impfnachweis, muss man wohl annehmen. Wir sind pampig drauf und entschließen uns, es einfach drauf ankommen zu lassen... und zeigen einfach nur unsere Persos und Ticket vor und lassen das Corona- Testergebnis (natürlich griffbereit) erstmal in den Satteltaschen. Da bleibt es denn auch, denn niemand will es sehen. Aha.
Kopf schütteln, rauf auf die Fähre, Kabine beziehen, Bier auf. Auf Deck und bei Abfahrt zusehen. Wehmütig die Durchfahrt unter der Älvborgsbron ansehen.

23. Tag: heim

Niesel in Travemünde. Auch hier will niemand unser sauer erstandenes Corona- Testergebnis sehen. Leichte Wetterklärung nach einem Kaffeestop. Ereignislose Rückfahrt. In Hamburg fahre ich noch einen Umweg, um Hauptstraßen zu vermeiden und um solange wie möglich im Grünen zu bleiben. Spätnachmittags stehe ich vor meiner Haustür. 110 km. 2050 Tour- km.

Geschrieben 23.01.2022, Geändert 24.01.2022, 280 x gelesen.

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